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Himmelsjahr 2022

Aktualisiert: 26. Dez. 2021


Eine totale Mondfinsternis im Mai und eine partielle Sonnenfinsternis im Oktober hat das neue Jahr zu bieten. Bescheiden fällt hingegen einer der großen Sternschnuppen-Ströme aus.


Auch das Jahr 2022 bringt wieder astronomische Höhepunkte: eine totale Mondfinsternis am 16. Mai, eine partielle Sonnenfinsternis am 25. Oktober und eine Marsopposition am 8. Dezember, bei der sogar der Vollmond gleichzeitig den Roten Planeten bedeckt. Ein weiterer Glanzpunkt ist die Bedeckung des fernen Planeten Uranus durch den Mond am 5. Dezember.


Die Sonnenbahn:


Das astronomische Jahr 2022 beginnt am 31. Dezember 2021 um 9.41 Uhr. Um 07:52 Uhr am 4. Januar 2022 befindet sich die Erde im Perihel. Zu keinem anderen Zeitpunkt des Jahres sind wir der Sonne näher. Die Erde ist dann 147 100 000 Kilometer von der Sonne entfernt. Das Licht der Sonne benötigt dann 8 Minuten und 10 Sekunden. Am 4. Juli wandert die Erde durch den sonnenfernsten Punkt ihrer Bahn. Uns trennen von der Sonne dann 152 104 000 Kilometer - das Sonnenlicht benötigt 17 Sekunden länger, um uns zu erreichen.


Um 16.33 Uhr überschreitet die Sonne am 20. März den Himmelsäquator und wechselt von der südlichen auf die nördliche Himmelskugel. Den Gipfel ihrer Jahresbahn erreicht die Sonne am 21. Juni. Von einer aufsteigenden Bewegung wechselt die Sonne in eine absteigende. In unseren Breiten erlebt man den längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Nördlich des Polarkreises geht die Sonne überhaupt nicht unter, der Polartag dauert 24 Stunden.


Am 23. September überschreitet die Sonne abermals den Himmelsäquator, diesmal in südlicher Richtung. Sie passiert den Herbstpunkt. Anschließend sind bei uns die Nächte wieder länger als die Tage. Am Nordpol geht die Sonne unter und die sechs Monate lange Polarnacht beginnt. Schließlich erreicht die Sonne im Winterpunkt ihren Jahrestiefststand - am 21. Dezember um 22.48 Uhr. In unseren Breiten erlebt man die längste Nacht und den kürzesten Tag des gesamten Jahres.


Die Finsternisse:


Es finden vier Finsternisse statt, zwei partielle Sonnenfinsternisse und zwei totale Mondfinsternisse. Während die partielle Sonnenfinsternis vom 30. April von Mitteleuropa aus verborgen bleibt, kann die partielle Sonnenfinsternis vom 25. Oktober hierzulande in den Vormittags- und Mittagsstunden verfolgt werden. Die totale Mondfinsternis vom 16. Mai kann in den frühen Morgenstunden von Mitteleuropa in ihrer ersten Hälfte beobachtet werden. Noch vor Mitte der Finsternis geht der Mond jedoch unter. Die totale Mondfinsternis vom 8. November bleibt in unseren Gegenden unsichtbar.


Wissen: Was ist eine Sonnenfinsternis ?


Sternschnuppen


Die meisten Sternschnuppen sind in den Monaten August und November zu sehen.


Der August gilt als der Sternschnuppenmonat schlechthin. Die große Zahl der Meteore in den ersten Augusttagen ist auf den Strom der Perseïden zurückzuführen, deren maximale Tätigkeit zwischen dem 9. und 13. August liegt. Helle Objekte, sogenannte Feuerkugeln, sind keine Seltenheit. Das Maximum ist in der Nacht vom 12. auf 13. August zu erwarten. Als schönster und reichster Strom des Jahres bescheren die Perseïden bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde. Ihren Ursprung liegt beim Kometen 109P/Swift-Tuttle.


Vom 13. bis 30. November treten am Morgenhimmel die Leoniden in Aktion. Ihr Radiant liegt im Löwen rund 10 Grad nordöstlich von Regulus. Das Maximum ist in der Nacht vom 16. auf 17. November zu erwarten. Es ist mit einer Rate von etwa 20 Meteoren pro Stunde zu rechnen. Das Erscheinen der Leoniden geht auf den Kometen 55P/Tempel-Tuttle zurück. In manchen Jahren waren die Leoniden besonders aktiv. Im Jahr 2022 ist mit einer eher bescheidenen Leoniden-Aktivität zu rechnen.


Sichtbarkeit der Planeten

Merkur

Er ist grundsätzlich schwierig zu beobachten. Nur für wenige Tage zeigt er sich in der Abenddämmerung tief am Westhimmel oder in der Morgendämmerung knapp über dem Osthorizont. Anfang Januar, Ende April und Ende Dezember erscheint der flinke Planet am Abendhimmel knapp über dem Westhorizont. Anfang Oktober bietet Merkur eine Morgensichtbarkeit: Er zeigt sich als fahler Lichtpunkt in der beginnenden Morgendämmerung tief im Osten.


Venus

Sie überholt am 9. Januar die Erde auf der Innenbahn und wechselt dabei vom Abend- auf den Morgenhimmel. Von Mitte Januar bis Anfang Oktober spielt sie ihre Rolle als Morgenstern. Am 12. Februar strahlt sie mit maximaler Helligkeit am Morgenhimmel. Sie überholt die Sonne am 22. Oktober und erscheint danach wieder am Abendhimmel.


Mars

Er ist im Frühjahr am Morgenhimmel vertreten. Bis zum Spätherbst wird er zum Planeten der gesamten Nacht, wobei seine Helligkeit deutlich zunimmt. Im Dezember ist der rötlich-gelbe Planet ein auffälliges und unübersehbares Gestirn. Die kürzeste Distanz von der Erde erreicht Mars mit knapp 82 Millionen Kilometern am 1. Dezember. Das von der Sonne reflektierte Licht des Planeten ist 4,5 Minuten zur Erde unterwegs.

Highlight: Am 8. Dezember kommt der Rote Planet im Sternbild Stier in Opposition zur Sonne. An diesem Tag kommt es zu einem besonderen Ereignis: Mars wird in den Morgenstunden vom Vollmond bedeckt. Die „Marsverfinsterung“ findet von etwa 6 bis 7 Uhr statt.


Jupiter

Er beherrscht zu Jahresbeginn den Morgenhimmel. Am 5. März steht er in Konjunktion mit der Sonne und bleibt unbeobachtbar. Gegen Ende März taucht Jupiter am Morgenhimmel auf. Am 26. September kommt er im Sternbild Fische in Opposition zur Sonne. Damit ist seine günstigste Beobachtungsperiode erreicht: Sichtbarkeit die ganze Nacht über.


Saturn

Er wird am 4. Februar von der Sonne eingeholt und steht unbeobachtbar am Taghimmel. Im März erscheint der Ringplanet am Morgenhimmel. Er erreicht am 14. August im Sternbild Steinbock seine Opposition zur Sonne - und mit 1325 Millionen Kilometern seine geringste Entfernung von der Erde. Diese Strecke legt das Licht in einer Stunde und 14 Minuten zurück. Bis Jahresende ist der Ringplanet am Abendhimmel vertreten.


Die Planeten Uranus und Neptun wurden bewusst weg gelassen, da sie mit bloßem Auge nicht sichtbar sind.


Eine Kompakte Übersicht in Kalenderform findet Ihr bei der Vereinigung Sternenfreunde e.V. unter


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